Klimawandel (E1)

Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell (ESRS 2, SBM-3)

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Ergebnisse der doppelten Wesentlichkeitsanalyse in Bezug auf wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen (IROs) für Belange im Zusammenhang mit Klimaschutz und Klimawandel.

E1 Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel
         
Unterthema Auswirkung /
Risiko /
Chance
Zeithorizont Verortung Beschreibung
Klimaschutz Negative
Auswirkung
kurz-, mittel- und langfristig Eigene
Geschäfts-
tätigkeit
Es entstehen hohe CO2e-Emissionen durch den Betrieb von Passagierflugzeugen zu den Urlaubsdestinationen in der eigenen Geschäftstätigkeit von TUI, die zum Klimawandel beitragen. Auch Energieverbräuche am Boden, zum Beispiel an den Wartungsstandorten, können indirekt zu Emissionen führen.
Klimaschutz Negative
Auswirkung
kurz-, mittel- und langfristig Eigene
Geschäfts-
tätigkeit
Es entstehen hohe CO2e-Emissionen durch den Betrieb von Kreuzfahrtschiffen in der eigenen Geschäftstätigkeit von TUI und Joint Ventures, die zum Klimawandel beitragen.
Klimaschutz Negative
Auswirkung
kurz-, mittel- und langfristig Eigene
Geschäfts-
tätigkeit
Es entstehen hohe CO2e-Emissionen durch den Betrieb von Hotels in der eigenen Geschäftstätigkeit von TUI und in Joint-Venture-Aktivitäten, verursacht indirekt sowohl durch hohe Energieverbräuche als auch die Verwendung von Kühlmitteln, die zum Klimawandel beitragen.
Klimaschutz Negative
Auswirkung
kurz-, mittel- und langfristig Eigene
Geschäfts-
tätigkeit
Es entstehen CO2e-Emissionen durch den Transport von Kunden in Zielgebieten in der eigenen Geschäftstätigkeit von TUI (über TUI Musement) die zum Klimawandel beitragen.
Klimaschutz Negative
Auswirkung
kurz-, mittel- und langfristig Vorgelagerte Wertschöpfungskette Es entstehen CO2e-Emissionen in der Lieferkette von TUI durch direkte Emissionen und hohe Energieverbräuche unter anderem bei der Herstellung von Vermögenswerten oder Zwischenprodukten, die zum Klimawandel beitragen.
Klimaschutz Negative
Auswirkung
kurz-, mittel- und langfristig Vor- und nachgelagerte Wertschöpfungskette Es entstehen CO2e-Emissionen in der Lieferkette von TUI, besonders im Hotel- und Kreuzfahrtsegment, durch eingekaufte Produkte und Materialien im Hotelbetrieb, sowohl vor- als auch nachgelagerte Prozesse (beispielsweise Abfälle), die zum Klimawandel beitragen.
Klimawandel Risiko langfristig Gesamte Wertschöpfungskette Es bestehen physische Risiken für TUI durch klimawandelbedingte Wetterveränderungen, die zu verändertem Reiseverhalten führen können. Dazu zählen unter anderem veränderte Regenfälle und Temperaturen in Destinationen. Diese können das Kerngeschäft der TUI Group beeinflussen, indem bestimmte Destinationen keine attraktiven Urlaubsziele mehr darstellen könnten.
Klimawandel Risiko mittel- bis langfristig Eigene
Geschäfts-
tätigkeit
Es bestehen Übergangsrisiken für TUI aufgrund zum Beispiel erhöhter Versicherungskosten für bestimmte Vermögenswerte (beispielsweise Hotels), im Bereich TUI Airline und Kreuzfahrten steigender operativer Kosten für alternative Kraftstoffe, CO2-Preise oder durch andere regulatorische Maßnahmen. Auch potenziell höhere Investitionskosten für moderne emissionsärmere oder -freie Technologien können zu diesen Risiken zählen.
Klimawandel Risiko mittel- bis langfristig Eigene
Geschäfts-
tätigkeit
Es bestehen Reputationsrisiken für TUI, falls die gesetzten Dekarbonisierungsziele aufgrund unzureichender finanzieller Ressourcen, Nichtverfügbarkeit von alternativen Kraftstoffen oder von erwarteten technischen, emissionsärmeren oder ‑freien Lösungen, nicht erreicht werden können.

Klimaszenarioanalyse

Bereits im Geschäftsjahr 2023 hat TUI eine qualitative und quantitative Bewertung der Klimarisiken (Klimaszenarioanalyse) durchgeführt, um ein besseres Verständnis der potenziellen Auswirkungen des Klimawandels auf ihr Geschäft zu erlangen, ihre Strategie und Finanzplanung auf den Prüfstand zu stellen und die Resilienz zu steigern. Die Ergebnisse dieser Analyse sind für die TUI Group durch gleichbleibende Geschäftsprognosen, regulatorische Anforderungen sowie weiterhin aktuelle Klimaszenarien weiterhin gültig und wurden daher im Rahmen der doppelten Wesentlichkeitsanalyse aufgenommen und entsprechend den Anforderungen bewertet.

In der Analyse wurden zwei Klimaszenarien berücksichtigt: ein Szenario mit hohen Emissionen zur Beurteilung der Auswirkungen signifikanter Änderungen des physischen Klimas, basierend auf dem Repräsentativen Konzentrationspfad 8.5 (IPCC RCP 8.5), des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) und dem Stated Policy Scenario der Internationalen Energieagentur (International Energy Agency, IEA), das eine globale Erwärmung von etwa 4,3 °C bis 2100 unterstellt, sowie ein Szenario mit niedrigen Emissionen zur Beurteilung der Auswirkungen signifikanter sozioökonomischer Veränderungen zur Erreichung einer kohlenstoffarmen Wirtschaft, das auf IPCC RCP 2.6 und dem Net Zero Scenario der IEA beruht. Dies entspricht einer Erderwärmung von etwa 1,5 °C bis 2100. Diese Szenarien basieren auf einer Reihe von Annahmen in Bezug auf Änderungen der Häufigkeit und Intensität wetterbedingter Ereignisse, das Wirtschaftswachstum, die technologische Entwicklung und die Entwicklung der Energie- und Kohlenstoffpreise.

Die im Rahmen der verschiedenen Kombinationen von Szenarien und Zeithorizonten identifizierten Risiken und Chancen entlang der Wertschöpfungskette der TUI Group wurden zunächst qualitativ beurteilt, um die relevantesten klimabezogenen Risiken und Chancen für TUI zu identifizieren. Auf der Grundlage der Ergebnisse dieser qualitativen Analyse wurden anschließend verschiedene Risiken und Chancen einer detaillierteren Analyse unterzogen, um ein besseres Verständnis der potenziellen finanziellen Effekte auf die TUI Group zu erlangen. TUI betrachtete in der Klimaszenarioanalyse kurz-, mittel- und langfristige klimabezogene Risiken und Chancen. Dabei definiert TUI „kurzfristig“ als den Zeitraum bis 2030 betreffend (ausgerichtet an den Klimazielen der TUI Group), „mittelfristig“ als den Zeitraum bis 2040 betreffend und „langfristig“ als den Zeitraum bis 2050 betreffend (den Zeitpunkt, zu dem TUI die Ambition Netto-Null-Emissionen in unserem gesamten Geschäftsbetrieb und in unserer Lieferkette anstrebt). Für die Berücksichtigung in der doppelten Wesentlichkeitsanalyse wurden die Ergebnisse aus dem jeweils kritischeren Szenario auf Basis der vorgegebenen Zeithorizonte erneut bewertet (kurzfristig – unter einem Jahr, mittelfristig – ein bis fünf Jahre, langfristig – mehr als fünf Jahre).

In der quantitativen Klimaszenarioanalyse wurden die erwarteten finanziellen Effekte physischer Risiken und Übergangsrisiken sowie die in den Abschnitten „Maßnahmen“ beschriebenen Klimaschutzmaßnahmen und Mittel berücksichtigt. Der Bewertung liegt eine Reihe von Annahmen zugrunde, die sich zum Beispiel auf Veränderungen der Intensität und Häufigkeit klimabezogener Ereignisse, technologische Entwicklungen, die Entwicklung der Energie- und Kohlenstoffpreise und die Entwicklung des Wissens über die globale Erwärmung beziehen. Für die TUI Group können beide betrachteten Emissionsszenarien zu unterschiedlichen Konsequenzen führen. In einem Szenario mit niedrigen Emissionen könnten durch die TUI Group gesetzte oder regulatorische strengere Emissions- und Treibstoffeffizienzziele die Betriebskosten erhöhen. In einem Szenario mit hohen Emissionen könnten physische Risiken durch extreme Wetterereignisse und Naturkatastrophen die touristischen Destinationen von TUI beeinträchtigen. Steigende Betriebskosten aufgrund verschärfter Umweltauflagen könnten die Rentabilität beeinträchtigen.

Die Ergebnisse der Klimaszenarioanalyse bestätigen die Eignung der im Abschnitt „Maßnahmen“ beschriebenen strategischen Initiativen und Reduktionspfade der TUI Group für eine Minimierung der jeweiligen Risiken und Erschließung von Chancen. Die Auswirkungen auf die Finanzplanung im Betrachtungszeitraum von drei Jahren werden als nicht wesentlich eingestuft, mögliche mittel- bis langfristige Unsicherheiten werden kontinuierlich beobachtet und bewertet.

TUI ist bewusst, dass die Herleitung der Klimaszenarioanalyse auf einer Reihe von oben beschriebenen Annahmen fußt und die Unsicherheiten der Folgen und der Wahrscheinlichkeit bestimmter Auswirkungen mittel- bis langfristig zunehmen.

Dekarbonisierungsfahrplan der TUI Group (ESRS E1-1)

Der Dekarbonisierungsfahrplan der TUI Group ergibt sich aus den wissenschaftlich basierten Klimazielen und dahinter liegenden Aktionsplänen zur Emissionsreduktion für die Geschäftsbereiche TUI Airline, Hotels & Resorts sowie Kreuzfahrten, die die emissionsintensivsten Bereiche der TUI Group darstellen. Das Ziel für die Verringerung der Treibhausgasemissionen von TUI Hotels & Resorts steht im Einklang mit der Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 °C aus dem Pariser Klimaübereinkommen. Die Ziele von TUI Airline und Kreuzfahrten verfolgen das Ziel der Begrenzung der Erderwärmung auf deutlich unter 2 °C. Alle drei Ziele sind durch die Science Based Target Initiative (SBTi) validiert.

Der Plan von TUI zur Reduktion der Treibhausgasemissionen und zur Zielerreichung umfasst die in den Abschnitten „Maßnahmen” genannten Dekarbonisierungshebel. Im Bereich von TUI Airline setzt TUI auf eine Kombination aus Treibstoffeffizienzmaßnahmen, Flottenmodernisierung und den Einsatz von nachhaltigem Flugkraftstoff, um die Emissionen zu reduzieren. Die Planung berücksichtigt dabei bereits die Emissionsleistung der aktuellen und geplanten Flugzeuge bis 2030. Auch im Bereich Kreuzfahrten hat TUI einen Aktionsplan entwickelt, der die notwendigen Hebel zur Erreichung der SBTi-Ziele umfasst. Dieser Fahrplan beinhaltet spezifische Maßnahmen wie die Verwendung von Landstrom, die Verbesserung der Energieeffizienz, die Optimierung der Routenplanung und den Einsatz von emisionsärmeren Kraftstoffen. Der Aktionsplan für TUI Hotels & Resorts umfasst den Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energien, durch Zukauf und durch den Ausbau eigener Produktion. Darüber hinaus werden kontinuierlich Maßnahmen identifiziert, um die Energieeffizienz zu steigern.

Für die Ausübung ihrer Geschäftsaktivitäten verfügt die TUI Group über Vermögenswerte, die infolge der Tourismusdienstleistungen zu gebundenen Treibhausgasemissionen führen können. Die relevantesten Vermögenswerte in diesem Zusammenhang sind Flugzeuge und Kreuzfahrtschiffe. Die oben genannten Maßnahmen wie die Modernisierung der Flotte oder die Verwendung emissionsärmerer Treibstoffe tragen jedoch zur Zielerreichung bei und berücksichtigen damit die potenziell negativen Effekte dieser gebunden Emissionen in den Aktionsplänen der Geschäftsbereiche. Mögliche Einflüsse auf transitorische Klimarisiken, wie zum Beispiel hohe CO2-Preise sind in den Maßnahmen zur Risikominimierung bedacht. Die TUI Group ist nicht von den Paris-abgestimmten EU-Referenzwerten (EU Paris-aligned Benchmark) ausgenommen.

Der Übergang zu einem klimaneutralen Unternehmen ist Kernambition der TUI Sustainability Agenda. Die operative Umsetzung des Managements zur Verringerung der Treibhausgasemissionen liegt bei den einzelnen Geschäftsbereichen, notwendige Investitionen werden in der Finanzplanung berücksichtigt. Die Agenda ist beim Group Sustainability Officer verankert und wurde vom Group Executive Committee genehmigt.

Management der Auswirkungen durch den Ausstoß von CO2e Emissionen in der eigenen Geschäftstätigkeit und der Wertschöpfungskette

Die TUI Group adressiert in ihrem Managementansatz die folgenden Themen: Klimaschutz, Anpassung an den Klimawandel, Energieeffizienz und Einsatz erneuerbarer Energie und Kraftstoffe.

Managementansatz (ESRS E1-2)

Mit der Dimension Planet der TUI Sustainability Agenda verfolgt TUI die Ambition, in allen Geschäftsbereichen und der Lieferkette bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Zur Unterstützung dieser Ambition hat TUI sich der SBTi angeschlossen und sich verpflichtet, Emissionsreduktionen auf Basis international anerkannter klimawissenschaftlicher Erkenntnisse umzusetzen.

Die TUI Sustainability Agenda besitzt Gültigkeit für die gesamte TUI Group. Die in der Dimension Planet gesetzten Ziele fokussieren sich insbesondere auf die Geschäftsbereiche TUI Airline, Kreuzfahrten und Hotels & Resorts. Die TUI Sustainability Agenda ist beim Group Sustainability Officer verankert und wurde vom Group Executive Committee beschlossen. Die operative Umsetzung des Managements zur Verringerung der Treibhausgasemissionen liegt bei den einzelnen Geschäftsbereichen.

Innerhalb der TUI Sustainability Agenda und der Dimension Planet wurden für die Geschäftsbereiche TUI Airline, Kreuzfahrten und Hotels & Resorts wissenschaftlich basierte Klimaziele, sogenannte Science Based Targets (SBTs) und konkrete Dekarbonisierungsfahrpläne zur signifikanten Verringerung der Emissionen ausgearbeitet. Darüber hinaus engagieren sich aber auch weitere Geschäftsfelder und -bereiche, wie TUI Musement, unsere Bürostandorte und Einkaufsabteilungen im Rahmen der TUI Sustainability Agenda für die Verringerung von Emissionen. Die Klimaschutzziele werden in dem nachfolgenden Abschnitt näher erläutert.

Die Ambitionen der TUI Sustainability Agenda zur Erreichung von Netto-Null-Emissionen sowie die Maßnahmen zur Erreichung der SBTs werden operativ in den Geschäftsbereichen durch die Einführung verschiedener Richtlinien konkretisiert. Dazu zählen im Bereich TUI Airline die Airline Environmental Policy und ein konkreter Aktionsplan zur Emissionsreduktion angepasst an das Science Based Target.

Auch im Bereich Kreuzfahrten ist die Erreichung des Science Based Target bis 2030 durch einen solchen Aktionsplan zur Reduzierung der Emissionen konkretisiert. Diese Aktionspläne umfassen Maßnahmen und Investitionen, die auf Basis vorgesehener Budgets und CO2e-Prognosen festgelegt werden. Die Umsetzung dieser Maßnahmen werden durch die Projektleitungen überwacht.

Im Bereich Hotels & Resorts liegt ebenfalls ein entsprechender Aktionsplan zur Erreichung des Science Based Target vor. Zusätzlich ist eine Green Building Guideline veröffentlicht, die den eigenen Hotels und Hotelpartnern konkrete Empfehlungen für Bau- und Renovierungsprojekte gibt. Ziel ist es, Umweltbelastungen zu reduzieren und Einsparungen beim Wasser- und Energieverbrauch zu erzielen. Die Richtlinie behandelt zudem Themen wie Monitoring-Systeme, Nachhaltigkeitszertifizierungen und Stakeholder-Kommunikation. Darüber hinaus gibt es zusätzlich hotelmarkenspezifische Richtlinien wie die Riu Sustainability Policy, den Ansatz TUI Blue Sustainability sowie das ROBINSON ROBsponsible Programm. Diese Richtlinien konkretisieren den Managementansatz der Hotels in Bezug auf Klimaschutz, Energieeffizienz und weitere Maßnahmen zur Verhinderung negativer Auswirkungen auf die Umwelt.

Im Geschäftsbereich TUI Musement sind für den Klimaschutz vor allem die Richtlinie für Nachhaltigere Büros sowie die Richtlinie für Nachhaltige Mobilität und Gästebeförderung relevant. Beide Richtlinien konkretisieren Maßnahmen zur Emissionsreduktion und tragen dazu bei, die Umweltziele des Geschäftsbereichs und die Ambitionen der TUI Group Sustainability Agenda zu erreichen.

Darüber hinaus zielt in der Sustainability Agenda die Dimension People mit dem Fokusfeld Buy local darauf ab, einen Managementansatz zu schaffen, der die Beziehung zu lokalen Lieferanten stärkt und neue Einkommensmöglichkeiten für die lokale Bevölkerung schafft, wodurch Emissionen in der vorgelagerten Lieferkette reduziert werden können. TUI arbeitet am Aufbau einer nachhaltigen Beschaffungsorganisation. Dazu wurde die Einkaufsrichtlinie für diversen, nachhaltigen und ethischen Einkauf eingeführt. Für alle Einkaufsprozesse wurden Standards entwickelt, die in Anforderungen und Einkaufsspezifikationen einbezogen werden. Beim Kauf einer neuen oder zu ersetzenden Ware oder Dienstleistung werden Spezifikationen zu unter anderem Energieeffizienz, Einsatz erneuerbarer Energie oder Treibstoffeffizienz angeführt. Darüber hinaus sind alle Lieferanten über den Lieferantenkodex dazu verpflichtet, negative Umweltauswirkungen zu minimieren.

Über die Fortschritte im Zusammenhang mit der Sustainability Agenda berichten regelmäßig die Verantwortlichen und Vorstände der maßgeblichen Bereiche von TUI im Sustainability Council. Die TUI Sustainability Agenda unterstützt die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (SDGs) – 17 globale Ziele zur Bekämpfung der Ungleichheit, zur Beendigung der Armut und zum Schutz unseres Planeten bis zum Jahr 2030. Der Managementansatz zur Verringerung der Treibhausgasemissionen adressiert SDG 7 „Bezahlbare und saubere Energie“ und SDG 13 „Maßnahmen zum Klimaschutz“.

Die TUI Sustainability Agenda berücksichtigt das weltweite Interesse verschiedener Stakeholder am Klimaschutz. Erkenntnisse über die Interessen unserer Stakeholder fließen unter anderem über die Wesentlichkeitsbewertung in unsere Strategie und Maßnahmen ein. Über Prozesse auf nationaler und internationaler Ebene sind wir im Dialog mit Stakeholdern in den Destinationen und auch mit politischen Entscheidungsträgern. Zudem engagieren wir uns über unsere Gremien und Verbandsaktivitäten im Dialog mit verschiedenen Stakeholdergruppen.

Die Kommunikation über den Managementansatz und die sich daraus ergebenden Richtlinien erfolgt intern über verschiedene Entscheidungsgremien und Berichtsformate, zum Beispiel im Sustainability Council oder über das Intranet. An externe Stakeholder wird der Managementansatz über die Nachhaltigkeitsberichterstattung, Pressemitteilungen und Gespräche mit Kunden und Investoren kommuniziert.

TUI Airline

ZIEL (ESRS E1-4)

Im Rahmen der TUI Sustainability Agenda hat sich die TUI Group das Ziel gesetzt, bis 2030 die CO2e-Emissionen pro Passagierkilometer von TUI Airline um 24 % zu verringern. Damit trägt TUI zur Begrenzung der Klimaerwärmung unter Berücksichtigung der Klimaszenarien des gültigen sektoralen Dekarbonisierungsansatzes für Fluggesellschaften der Science Based Targets Initiative (SBTi) auf deutlich unter 2 °C bei. Das Ziel ist dementsprechend nicht mit dem 1,5 °C-Ziel kompatibel. TUI berücksichtigt Emissionen der Flüge auf der eigenen Flotten und Subcharterflüge, dabei werden die sogenannten Well-to-Wake-Emissionen für Flugaktivitäten (Emissionen aus Flugkraftstoffen, Scope 1 und Scope 3, Kategorie 3) einbezogen. Ausgenommen von dem SBTi-Ziel sind Scope-1-, -2- und -3-Emissionen von jeglichen Unterstützungsleistungen wie Bodenabfertigung, Technik und Wartung sowie Onboard-Service. Dieser Anwendungsbereich ergibt sich aus der SBTi-Methodik für den Luftverkehr und wirkt damit auf die stärksten CO2e-Treiber im Bereich TUI Airline.

Umfasst sind folgende Treibhausgase, die im Zusammenhang mit dem Klimawandel stehen: Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4), Distickstoffoxid (N2O), perfluorierte Kohlenwasserstoffe (PFCs), Schwefelhexafluorid (SF6) und Stickstofftrifluorid (NF3). 82,7 % der Emissionen entfallen auf Scope 1 und 17,3 % auf Scope 3, Kategorie 3. Das Intensivitätsziel berücksichtigt auch künftige Entwicklungen, wie das Wachstum des Flugangebots unter Verwendung der aktuellen unternehmensweiten Wachstumsszenarien.

Zielerreichung Science Based Target TUI Airline
           
    2025 Basisjahr 2019 Veränderung in % Ziel (2030) in %
TUI Airline g CO2e/Pkm 74,6 80,9 - 7,8 - 24,0
Pkm = Passagierkilometer

Um das Ziel zu erreichen, werden verschiedene Dekarbonisierungshebel genutzt. Dazu zählen die Maßnahmen zur operativen Treibstoffeffizienz, die Modernisierung der Flugzeugflotte und der Einsatz von nachhaltigen Flugkraftstoffen. Eine ausführliche Beschreibung findet sich im folgenden Abschnitt „Maßnahmen”.

Maßnahmen (ESRS E1-3)

Für den Bereich TUI Airline werden zur Reduktion der CO2e-Emissionen Maßnahmen in drei verschiedenen Bereichen umgesetzt: operative Treibstoffeffizienz, Modernisierung der Flugzeugflotte sowie der Einsatz von nachhaltigen Flugtreibstoffen, auch Sustainable Aviation Fuels (SAF) genannt. Darüber hinaus engagiert sich TUI fly Deutschland zusätzlich zur Reduktion der Klimawirkung des Luftverkehrs unter anderem in einem Forschungsprogramm mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) zur Vermeidung von Kondensstreifen.

Treibstoffeffizienz

Die kontinuierliche Verbesserung der Treibstoffeffizienz ist ein zentraler Bestandteil der Emissions-Roadmap der TUI Airline und ein wesentlicher Hebel zur Reduktion von Treibhausgasemissionen im operativen Flugbetrieb. Durch gezielte technische und operative Maßnahmen wird der Kraftstoffverbrauch systematisch optimiert. Die Umsetzung erfolgt in enger Zusammenarbeit zwischen den relevanten Fachabteilungen und operativen Bereichen und umfasst sowohl kurzfristige Optimierungen als auch langfristige Innovationsprojekte. Dabei werden Potenziale entlang des gesamten Flugprozesses identifiziert, von der Flugplanung über den Reiseflug bis hin zum Bodenbetrieb.

Beispiele für Effizienzmaßnahmen:

  • Gewichtsreduktion durch technische Modifikationen und optimierte Beladung
  • Anpassung von Flugprofilen unter Berücksichtigung aktueller Wetterdaten
  • Einsatz digitaler Tools zur Analyse und Optimierung der Flugleistung
  • Reduzierung des Treibstoffverbrauchs am Boden durch externe Stromversorgung
  • Schulungen für Piloten und Pilotinnen zur Förderung treibstoffeffizienten Fliegens

Die Maßnahmen gelten für alle Flüge der TUI eigenen Flotte und werden regelmäßig evaluiert und weiterentwickelt. Externe Flugpartner sind aufgefordert, eigene Effizienzstrategien zu verfolgen und transparent zu machen. Die Umsetzung hängt von verfügbaren Ressourcen, technischen Entwicklungen und regulatorischen Rahmenbedingungen ab.

Modernisierung der Flotte

Die kontinuierliche Modernisierung der Flugzeugflotte ist Bestandteil der signifikanten Reduzierung der CO2e-Emissionen im TUI Flugbetrieb. TUI investiert gezielt in moderne Flugzeugtypen wie die Boeing 787 und die Boeing 737 Max. Diese Modelle sind im Durchschnitt rund 20 % (787) bzw. 15 % (737 Max) effizienter als die älteren Flugzeugtypen, die sie in der Flotte ersetzen. Bis 2029 sollen insgesamt 95 Boeing 737 Max ausgeliefert werden – davon wurden bereits 45 Flugzeuge bis zum Ende des Geschäftsjahres 2025 übernommen. Parallel zur Einführung neuer Flugzeuge werden ältere, treibstoffintensivere Modelle sukzessive ausgemustert.

Auch bei Wetlease-Anbietern wird auf den Einsatz möglichst effizienter Flugzeuge geachtet, etwa durch die Nutzung von Maschinen mit Winglets. Die Treibstoffdaten werden analysiert und gemeinsam mit den Partnern Optimierungspotenziale identifiziert. Die Maßnahmen zur Flottenmodernisierung gelten für alle Flüge unter TUI Flugnummer, sowohl für die eigene Flotte als auch für externe Kapazitätsanbieter, mit Fokus auf die TUI Group eigenen Flugzeuge.

Aktuell sind rund 54 % der TUI Flotte mit neuer Triebwerkstechnologie ausgestattet. Die Umsetzung der Flottenmodernisierung hängt maßgeblich vom Hersteller Boeing ab, die vereinbarten Flugzeuge fristgerecht zu liefern.

Nachhaltige Treibstoffe (SAF)

Nachhaltige Flugkraftstoffe sind ein zentraler Bestandteil der Dekarbonisierungsstrategie von TUI Airline und spielen eine entscheidende Rolle bei der Reduktion von CO2e-Emissionen im Luftverkehr. SAF ist ein flüssiger Treibstoff, der im Vergleich zu herkömmlichem Kerosin über den gesamten Lebenszyklus deutlich geringere Treibhausgasemissionen verursacht. Er kann aus biobasierten Rohstoffen wie Altspeiseölen, tierischen Non-Food-Abfällen oder biologisch abbaubaren Industrieabfällen sowie synthetisch hergestellt werden. SAF ist eine ‚Drop-in‘-Lösung und kann ohne technische Anpassungen mit konventionellem Kerosin gemischt und in bestehenden Flugzeugen sowie bestehender Infrastruktur eingesetzt werden.

TUI arbeitet mit verschiedenen Partnern zusammen, um die Versorgung mit SAF sicherzustellen. SAF kann die Emissionen im Vergleich zu herkömmlichem Jet-A1-Kraftstoff um bis zu 80 % reduzieren, bei synthetischen Varianten sogar darüber hinaus. Der Einsatz erfolgt auf Flügen unter TUI-Flugnummer, sofern SAF an den jeweiligen Abflughäfen verfügbar ist. TUI erwirbt sowohl verpflichtende Mengen gemäß EU-Quote als auch freiwillige Mengen.

Im Geschäftsjahr 2025 wurden freiwillig über 11.000 Tonnen SAF getankt, hauptsächlich in Amsterdam. Dies entspricht einer Steigerung von rund 10.000 Tonnen im Vergleich zum Vorjahr. Für die Gesamt-SAF-Menge sind noch die seit Januar 2025 verpflichtenden 2 % SAF-Mandat hinzuzurechnen. Die Treibstofflieferanten halten sich weitestgehend an die zeitlichen EU-Vorgaben und werden den Airlines die für die Zertifizierung erforderliche Dokumentation des im Laufe das Kalenderjahres 2025 gekauften SAF erst im Februar 2026 zur Verfügung stellen. Daher kann die Gesamtmenge an im Geschäftsjahr 2025 getanktem SAF erst im Frühjahr 2026 auditiert und bestätigt werden. Der Nachweis kann aktuell nur für die ersten drei Monate des Geschäftsjahres (Oktober bis Dezember 2024) erbracht werden, da diese in das vorangegangene Kalenderjahr fallen.

Zuteilungen für förderfähige Flugkraftstoffe – Europäisches Emissionshandelssystem (EU ETS): Im März 2025 beantragte TUI Airline eine Förderung im Rahmen des EU ETS gemäß Richtlinie (EU) 2003/87/EG, Artikel 3c (6), wie weiter ausgeführt in der delegierten Verordnung (EU) 2025/723 der Kommission zur Ergänzung der Richtlinie 2003/87/EG des Europäischen Parlaments und des Rates. Diese Förderung zielt darauf ab, die Nutzung förderfähiger Flugkraftstoffe, insbesondere SAF, voranzutreiben, wie sie in der Verordnung (EU) 2023/2405 zur Gewährleistung fairer Wettbewerbsbedingungen für den nachhaltigen Luftverkehr (ReFuelEU Aviation) definiert sind. Im Rahmen dieses Anreizes erhalten kommerzielle Luftfahrtunternehmen Emissionszertifikate (EU-ETS-Zuteilungen), wenn sie förderfähige Flugkraftstoffe auf förderfähigen Strecken einsetzen. Ziel ist es, die Kostenunterschiede zwischen herkömmlichem Kerosin und SAF abzumildern. Das Programm läuft nach Kalenderjahr, über die Förderung wird erst 9 Monate nach Ablauf des Kalenderjahres entschieden. Im Kalenderjahr 2024 hat TUI Airline insgesamt 5.019 Tonnen förderfähigen Flugkraftstoff getankt. Davon wurden 3.702 Tonnen im vierten Quartal des Kalenderjahres 2024 geliefert, was dem ersten Quartal des TUI Geschäftsjahres 2025 entspricht. Im Kalenderjahr 2024 entfielen 1.675 Tonnen auf Flugstrecken, die unter den Geltungsbereich des EU-ETS fallen. Dazu zählen Flüge innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR), zwischen dem EWR und der Schweiz sowie Flüge vom EWR in das Vereinigte Königreich. Diese Mengen wurden durch die erforderliche Dokumentation belegt, um für den Fördermechanismus im Rahmen des EU-ETS in Frage zu kommen. Infolgedessen erhielt TUI im September 2025 16.871 EU-ETS-Zertifikate (EUAs), die dem EU-ETS-Konto des Unternehmens gutgeschrieben wurden. Diese Zuteilungen verschafften finanzielle Entlastung, indem sie einen Teil der Mehrkosten für den Einsatz von SAF anstelle von herkömmlichem Kerosin ausgleichen.

Die Verfügbarkeit von SAF bleibt eine zentrale Herausforderung. SAF ist deutlich teurer als konventioneller Treibstoff und unterliegt starken Preisunsicherheiten. TUI sichert SAF-Mengen durch Absichtserklärungen mit Lieferanten und beteiligt sich aktiv an politischen Diskussionen in der EU und Großbritannien zur Förderung der SAF-Produktion. Insbesondere die Weiterentwicklung synthetischer SAF-Technologien benötigt gezielte Unterstützung.

Reduktion weiterer Klimaeffekte: Kondensstreifen

Neben CO2-Emissionen haben auch andere Effekte der Luftfahrt, insbesondere Kondensstreifen, eine Auswirkung auf das globale Klima. Obwohl die wissenschaftliche Unsicherheit hinsichtlich ihrer genauen Klimawirkung höher ist als bei CO2, wird davon ausgegangen, dass der Gesamteffekt von Kondensstreifen relevant ist.

TUI Airline engagiert sich aktiv in der Forschung zur Vermeidung dieser Effekte. Seit 2024 führt TUI fly Deutschland im Rahmen von normalen Passagierflügen Versuchsflüge zur Kondensstreifenvermeidung durch. Diese dienen sowohl dem operativen Verständnis als auch der wissenschaftlichen Auswertung. Im Rahmen des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz geförderten Projekts D-KULT hat TUI fly im Kalenderjahr 2024 Flugdaten von über 25 Vermeidungsflügen an das DLR übermittelt. Die Auswertungen zeigen eine hohe Wirksamkeit der Vermeidungsmaßnahmen.

Als Konsortialpartner im Forschungsprojekt A4Climate hat TUI fly finanzielle Mittel für die Durchführung von 400 weiteren Vermeidungsflügen im Zeitraum 2025 bis 2027 erhalten. Darüber hinaus wurde TUI Airline Anfang 2025 in Großbritannien in die Jet Zero Task & Finish Group Contrail Avoidance aufgenommen, die sich mit der Umsetzung von Versuchsflügen im britischen Luftraum beschäftigt. Die Erfahrungen aus diesen Projekten wurden auf verschiedenen Fachkonferenzen vorgestellt. Die Reduktion der Klimaauswirkungen durch Kondensstreifenvermeidung hängt stark von technischen Möglichkeiten sowie der finanziellen Berücksichtigung in regulatorischen Rahmenbedingungen ab.

Kreuzfahrten

ZIEL (ESRS E1-4)

Im Rahmen der TUI Sustainability Agenda hat sich die TUI Group gemeinsam mit dem Joint Venture TUI Cruises sowie dem Tochterunternehmen Marella Cruises ein Ziel zur Verringerung der Treibhausgasemissionen im Kreuzfahrtsegment gesetzt. Bis 2030 sollen die CO2e-Emissionen um 27,5 % im Vergleich zum Basisjahr 2019 verringert werden. Als gemeinsames Vorhaben umfasst das Ziel alle Kreuzfahrtschiffe von TUI Cruises, mit den Marken „Mein Schiff“ und „Hapag-Lloyd Cruises“, sowie die Schiffe der Marella Cruises, die zur TUI Group gehören. Damit trägt TUI zur Begrenzung der Klimaerwärmung unter Berücksichtigung des gültigen absoluten Kontraktionsansatzes der SBTi auf deutlich unter 2 °C bei. Das Ziel ist dementsprechend nicht mit dem 1,5 °C Ziel kompatibel. TUI berücksichtigt dabei die oben genannten Kreuzfahrtschiffe sowie Well-to-Wake-Emissionen für Kreuzfahrtaktivitäten (Emissionen aus Schiffskraftstoffen, Scope 1 und Scope 3, Kategorie 3). Das Ziel bezieht sich ausschließlich auf Aktivitäten in dem Geschäftsbereich Kreuzfahrten, bezieht aber neben der eigenen Geschäftstätigkeit Gemeinschaftsunternehmen mit ein, und weicht dadurch von den einbezogenen Gesellschaften der Treibhausgasbilanz der TUI Group ab.

Umfasst sind folgende Treibhausgase, die im Zusammenhang mit dem Klimawandel stehen: Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4), Distickstoffoxid (N2O), perfluorierte Kohlenwasserstoffe (PFCs), Schwefelhexafluorid (SF6) und Stickstofftrifluorid (NF3). 80,1 % der Emissionen entfallen auf Scope 1 und 19,9 % auf Scope 3, Kategorie 3. Das kombinierte Ziel berücksichtigt künftige Entwicklungen, wie das geplante Wachstum von TUI Cruises unter Verwendung der aktuellen Wachstumsszenarien.

Zielerreichung Science Based Target Kreuzfahrten
           
    2025 Basisjahr 2019 Veränderung in % Ziel (2030) in %
Kreuzfahrten t CO2e 1.180.763 1.249.224 - 5,5 - 27,5

Um das Ziel zu erreichen, werden verschiedene Dekarbonisierungshebel genutzt. Dazu zählen der Einsatz von emissionsärmeren Kraftstoffen, die Verwendung von Landstrom, die Verbesserung der Energieeffizienz und die Optimierung der Routenplanung. Eine ausführliche Beschreibung findet sich im folgenden Abschnitt „Maßnahmen”.

Maßnahmen (ESRS E1-3)

Auch im Kreuzfahrtbereich werden verschiedene Dekarbonisierungshebel genutzt, um die gesetzten Klimaschutzziele zu erreichen: Einsatz emissionsärmerer Kraftstoffe, die Verwendung von Landstrom, die Verbesserung der technischen Energieeffizienz sowie die Optimierung der Routen. Die im folgenden beschriebenen Maßnahmen erstrecken sich über die TUI Tochtergesellschaft Marella Cruises und das Joint Venture TUI Cruises mit den Marken Mein Schiff und Hapag-Lloyd Cruises.

Einsatz emissionsärmerer Kraftstoffe

Die Transformation hin zu emissionsärmeren Kraftstoffen ist ein zentraler Bestandteil der Klimastrategie der Kreuzfahrtgesellschaften der TUI Group. Ziel ist es, durch den schrittweisen Einsatz alternativer Treibstoffe die Emissionen im maritimen Geschäftsfeld signifikant zu senken. Derzeit können alle Schiffe von TUI Cruises theoretisch mit Biodiesel oder Biodiesel-Beimischungen betrieben werden. Aufgrund der begrenzten Verfügbarkeit und der hohen Kosten nachhaltiger Biokraftstoffe erfolgt der Einsatz schrittweise und über Testläufe. Andere emissionsarme Kraftstoffe, wie synthetische E-Fuels und Methanol, erfordern technische Anpassungen, etwa an Motoren und Tanks.

Seit 2022 wurden auf allen TUI Kreuzfahrtgesellschaften erfolgreich Biodiesel-Beimischungen getestet und genutzt. Im Berichtsjahr bunkerte das Expeditionsschiff HANSEATIC spirit von Hapag-Lloyd Cruises im Hafen von Amsterdam erstmals 100 % Biofuel der zweiten Generation aus Rest- und Abfallstoffen (100,6 Tonnen) – mit einer CO2-Reduktion von mindestens 80 %. Zwischen Mai und September 2025 wurden auf den Marella Cruises Schiffen Voyager und Discovery rund 6.741 Tonnen Biokraftstoff eingesetzt. Dies entspricht einer prognostizierten Emissionsreduktion von 6.453 Tonnen CO2e im Vergleich zu herkömmlichem Treibstoff. Zudem wurde bei TUI Cruises mit der Mein Schiff Relax erstmals ein Dual-Fuel-Schiff in Betrieb genommen, das technisch für den Einsatz von E-Fuels vorbereitet ist. Im Juli 2025 wurde die erste Betankung mit 1.875 m3 Bio-LNG (entspricht ca. 900 Tonnen) vorgenommen - mit einer CO2-Reduktion von mindestens 70 %.

Die Möglichkeiten zur Emissionsreduktion durch alternative Kraftstoffe hängen maßgeblich von deren Verfügbarkeit an den jeweiligen Standorten und Häfen ab. Die Entwicklung entsprechender Infrastrukturen bleibt daher ein entscheidender Erfolgsfaktor.

Verwendung von Landstrom

Die Nutzung von Landstrom stellt einen wirkungsvollen Hebel zur Reduktion von Emissionen im Kreuzfahrtbetrieb dar. Da Kreuzfahrtschiffe rund 40 % ihrer Betriebszeit in Häfen verbringen, kann durch den Anschluss an Landstrom während dieser Liegezeiten der Betrieb der Schiffsmotoren vermieden und somit der CO2-Ausstoß deutlich gesenkt werden. Die Landstromfähigkeit der Flotte ist ein zentrales Element zur Emissionsreduktion bei TUI Cruises. Die Nutzung von Landstrom ist eine Selbstverpflichtung für beide Marken, Mein Schiff und Hapag-Lloyd Cruises. Voraussetzung für die Nutzung ist, dass der angebotene Strom aus erneuerbaren Energiequellen stammt.

Alle Schiffsneubauten von TUI Cruises werden standardmäßig mit Landstromanschlüssen ausgestattet. Bestehende Schiffe werden sukzessive im Rahmen routinemäßiger Werftaufenthalte nachgerüstet. Im Berichtsjahr wurde die Mein Schiff 3 final mit einem Landstromanschluss ausgestattet. Damit verfügen zum Ende des Berichtjahres zwölf von dreizehn Schiffen bei TUI Cruises über die entsprechende Technik. Im Geschäftsjahr 2025 konnten die Landstromanläufe deutlich gesteigert werden: Mit 115 Anläufen gegenüber 72 im Vorjahr ergibt sich ein Zuwachs von 59,7 %, dabei wurden 2,8 Mio kWh Strom bezogen.

Auch Marella Cruises nutzt auf der Explorer 2 Landstrom und erzielte im Berichtsjahr fünf Landstromanläufe in Malta mit insgesamt über 91.000 kWh bezogenem Strom. Eine Ausweitung der Landstromnutzung für die Explorer 2 ist in Zukunft geplant. Die Verfügbarkeit von Landstrom in den Häfen bleibt ein entscheidender Faktor für die Umsetzung.

Verbesserung der Energieeffizienz

Die Steigerung der Energieeffizienz an Bord ist ein zentraler Ansatz zur Reduktion von CO2-Emissionen im Kreuzfahrtbetrieb. Durch gezielte technische und organisatorische Maßnahmen können Einsparpotenziale identifiziert und genutzt werden. Im Berichtsjahr hat Marella Cruises auf mehreren Schiffen gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz und zur Reduzierung von CO2-Emissionen umgesetzt. Dazu zählen die Optimierung der Küchenausstattung auf den Schiffen Discovery 2, Explorer und Voyager, sowie der Einbau neuer Propellerkappen zur Verbesserung der Hydrodynamik auf der Explorer.

TUI Cruises hat im Berichtsjahr eine Softwarelösung zur Verbesserung der Energieeffizienz eingeführt, welche über Datenanalyse und Erkenntnisse aus der Verhaltensforschung den Treibstoffverbrauch reduziert. Über die durch die Software angeregten Verhaltensänderungen werden mit jährlich circa 1.250 Tonnen CO2e Einsparungen gerechnet. Außerdem erhielt die Mein Schiff 4 einen neuen Unterwasseranstrich, welcher die Reibung und somit den Widerstand reduziert und die Treibstoffeffizienz um geschätzt ca. 6 % verbessert, sowie zwei optimierte Propeller zur Verbesserung des Antriebs.

Die Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz werden fortlaufend umgesetzt und zahlen direkt auf die SBTi-Klimaziele der TUI Group ein. Die tatsächliche Umsetzung ist abhängig von der Verfügbarkeit notwendiger Komponenten sowie von Lieferzeiten und technischen Herausforderungen bei der Installation.

Optimierung der Routen

Die kontinuierliche Optimierung der Reiserouten ist ein wirksames Instrument zur Reduktion von Treibstoffverbrauch und damit verbundenen Emissionen im Kreuzfahrtbetrieb. Die Experten-Teams der TUI Kreuzfahrtgesellschaften analysieren die Routenplanung regelmäßig mithilfe spezialisierter Softwarelösungen.

Durch gezielte Anpassungen von Ankunfts- und Abfahrtszeiten sowie der Fahrgeschwindigkeit können Einsparungen erzielt werden. Dies ermöglicht eine effizientere Programmgestaltung, eine bessere Prognose des Treibstoffbedarfs und eine gezielte Umsetzung von Effizienzmaßnahmen. Zur weiteren Verbesserung der Routenplanung hat TUI Cruises im Winter 2024 ein neues „Voyage Optimization Tool“ eingeführt. Dieses ermöglicht die Analyse von Daten aus tatsächlich durchgeführten Reisen und unterstützt die Identifikation zusätzlicher Optimierungspotenziale. Die Potenziale zur Routenoptimierung sind abhängig von einer Vielzahl externer Faktoren, darunter die Verfügbarkeit freier Routen, geopolitische Entwicklungen, lokale Vorschriften und Ereignisse sowie Wetterbedingungen.

Hotels & Resorts

ZIEL (ESRS E1-4)

Im Rahmen der TUI Sustainability Agenda hat sich die TUI Group ein Ziel für die Verringerung der Treibhausgasemissionen des Geschäftsbereichs Hotels & Resorts gesetzt. Bis 2030 sollen die CO2e-Emissionen um 46,2 % verringert werden. Damit trägt TUI zur Begrenzung der Klimaerwärmung auf 1,5 °C bei.

Umfasst sind folgende Treibhausgase, die im Zusammenhang mit dem Klimawandel stehen: Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4), Distickstoffoxid (N2O), Fluorkohlenwasserstoffe (HFC), perfluorierte Kohlenwasserstoffe (PFC), Schwefelhexafluorid (SF6) und Stickstofftrifluorid (NF3). 41,9 % der Emissionen entfallen auf Scope 1 und 58,1 % auf Scope 2.

Das Ziel umfasst die Emissionen aus allen Energiequellen sowie Gase aus Kältemitteln (Scope 1 und 2). Das Ziel bezieht sich auf Hotels im Eigentum und Hotels mit Leasing- und Managementverträgen, dabei werden Joint Ventures einbezogen. Dadurch weicht der Anwendungsbereich des SBT von der Treibhausgasbilanz der TUI Group im Abschnitt „Kennzahlen” ab.

Das Ziel berücksichtigt künftige Entwicklungen, wie das geplante Wachstum des Hotelportfolios unter Verwendung der aktuellen Wachstumsszenarien. Aufgrund von Portfolioveränderungen wird eine regelmäßige Bewertung durchgeführt, ob der Basiswert neu berechnet werden muss. Gegebenenfalls wird dieser anschließend angepasst. Dieser Prozess sichert die Darstellung der tatsächlichen Emissionen unter Berücksichtigung der Portfolioveränderungen. In diesem Geschäftsjahr erfolgte eine SBTi-Standard-konforme Anpassung des Basiswertes unter Berücksichtigung von Veränderungen des Hotelportfolios. Der neue Basiswert liegt bei 875.468 t CO2e.

Zielerreichung Science Based Target TUI Hotels & Resorts
           
    2025 Basisjahr 2019 Veränderung in % Ziel (2030) in %
Hotels & Resorts t CO2e 722.489 875.468 - 17,5 - 46,2

Um das Ziel zu erreichen, werden verschiedene Dekarbonisierungshebel genutzt. Dazu zählen die Steigerung der Energieeffizienz, die Produktion von Strom aus erneuerbaren Quellen und der Einkauf von erneuerbarer Energie. Eine ausführliche Beschreibung findet sich im folgenden Abschnitt „Maßnahmen”.

Maßnahmen (ESRS E1-3)

Unsere Hotels und Hotelpartner fokussieren sich weiterhin auf die Förderung der Nachhaltigkeitstransformation in ihren Geschäftsbetrieben. Unsere Priorität ist die Reduktion der Emissionen. Dafür wurden für den Geschäftsbereich Hotels & Resorts folgende Dekarbonisierungshebel zur Erreichung unseres Science Based Target identifiziert und Aktionspläne erstellt: die Steigerung der Energieeffizienz, die Produktion von Energie aus erneuerbaren Quellen und der Einkauf von erneuerbarer Energie. Die im folgenden beschriebenen Maßnahmen erstrecken sich auf alle Hotels im Eigentum der TUI Group, direkt oder über Joint Ventures, sowie auf Hotels mit Leasing- oder Managementvertrag. Zum Ende des Berichtsjahres umfasst dies insgesamt 375 Hotels.

Energieeffizienz

Die Reduktion des Energieverbrauchs trägt wesentlich zur Senkung von Emissionen bei und unterstützt damit die Erreichung der Klimaziele der TUI Group. Zur Steigerung der Energieeffizienz werden konzernweit vielfältige Maßnahmen umgesetzt. Dazu zählt unter anderem der umfassende Einsatz moderner LED-Beleuchtung sowie die Nutzung von Elektrofahrzeugen.

Ein zentraler Hebel zur Verbesserung der Energieeffizienz ist das nachhaltige Bauen. Es ermöglicht eine signifikante Reduktion des Energiebedarfs und der CO2-Emissionen in den Hotels. Maßnahmen dazu werden auch durch die zuvor genannten Green Building Guidelines unterstützt. Im Geschäftsjahr 2025 wurde beispielsweise im Royalton Blue Waters in Jamaika ein Trigenerationssystem installiert, das gleichzeitig Wärme, Kälte und Strom erzeugt und so eine besonders effiziente Energieversorgung sicherstellt. Die Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen ist ein kontinuierlicher Prozess. Die konkrete Ausgestaltung der Maßnahmen hängt von der Verfügbarkeit technologischer Lösungen, hotelspezifischen Gegebenheiten, gesetzlichen Rahmenbedingungen sowie den infrastrukturellen Möglichkeiten in den jeweiligen Ländern ab.

Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Quellen

Der Ausbau der Eigenerzeugung von Strom aus erneuerbaren Quellen ist ein zentraler Bestandteil der Nachhaltigkeitsagenda der TUI Group. Durch die Nutzung von Solarenergie können Emissionen deutlich reduziert und der Eigenbedarf an Strom teilweise abgedeckt werden. Bereits mehr als ein Drittel der TUI Hotels & Resorts erzeugt Energie aus erneuerbaren Quellen. Im Geschäftsjahr 2025 wurden weltweit neue Photovoltaikanlagen installiert. Dazu zählt unter anderem eine Photovoltaikanlage des Riu Touareg auf den Kap Verden mit einer Kapazität von ca. 1.500 kWp. Die Kapazität der Photovoltaikanlagen in der Türkei konnte im Berichtsjahr um ca. 4 Megawatt auf 19 Megawatt erhöht werden. Im Geschäftsjahr 2025 konnten durch den Einsatz von Photovoltaik schätzungsweise 20.000 Tonnen CO2 eingespart werden.

Die Implementierung von Photovoltaikanlagen ist abhängig von länderspezifischen Rahmenbedingungen, darunter rechtliche Vorgaben, Zollauflagen für bestimmte Komponenten sowie die lokale Verfügbarkeit. Darüber hinaus können Strompreisschwankungen die Wirtschaftlichkeit der Anlagen beeinflussen.

Einkauf erneuerbarer Energie

Neben der Eigenerzeugung setzt die TUI Group ergänzend auch auf den gezielten Einkauf von Strom aus erneuerbaren Quellen, um die Emissionen aus dem Stromverbrauch weiter zu reduzieren. Wo verfügbar, sind Hotels angehalten, Strom aus grünen Tarifen zu beziehen, direkte Stromabnahmeverträge (Power Purchase Agreements, PPAs) abzuschließen oder sogenannte Energy Attribute Certificates(EACs) zu erwerben. Diese Maßnahmen tragen dazu bei, den CO2-Fußabdruck im Vergleich zum herkömmlichen Strommix deutlich zu senken. Ein Beispiel ist der Hotelpartner Blue Diamond, der für das Geschäftsjahr 2025 10.000 Tonnen seiner CO2-Emissionen aus dem Stromverbrauch durch den Zukauf von EACs in der marktbasierten Betrachtung reduzieren konnte.

Der Einkauf von erneuerbarer Energie ist ein fortlaufender Prozess und stark abhängig von der lokalen Verfügbarkeit. In vielen Ländern sind grüne Stromtarife nicht flächendeckend verfügbar, und auch EACs können nur in bestimmten Regionen bezogen werden. In Destinationen, in denen weder grüne Tarife noch Zertifikate verfügbar sind, setzt die TUI Group verstärkt auf die Eigenerzeugung von Strom aus erneuerbaren Quellen.

TUI Musement

Der Geschäftsbereich TUI Musement ist aufgrund des vergleichsweise geringeren Anteils an den Gesamtemissionen der TUI Group nicht durch ein eigenständiges SBTi-Ziel abgedeckt. Dennoch setzt TUI Musement Maßnahmen zum Klimaschutz um und trägt so zur übergreifenden Netto-Null-Ambition (Klimaneutralität) der TUI Group bei. Die wichtigsten Dekarbonisierungshebel sind der Umstieg auf Nachhaltige Mobilität und das Projekt Nachhaltige Büros.

Maßnahmen (ESRS E1-3)

Nachhaltige Mobilität

Im Rahmen der Umstellung auf nachhaltige Mobilität am Boden werden die Treibhausgasemissionen der TUI Bus-Flotte durch den Einsatz alternativer Kraftstoffe gesenkt. Darüber hinaus werden Dieselfahrzeuge zum Transport der Mitarbeitenden durch Hybrid- und Elektrofahrzeuge sowie E-Fahrräder ersetzt, dadurch werden auch die Treibhausgasemissionen des Mitarbeitendentransportes reduziert.

Die Maßnahmen zur Steigerung der nachhaltigen Mobilität werden laufend umgesetzt und umfassen den gesamten eigenen Fuhrpark für Bodentransporte. Dieser befindet sich in den Ländern Spanien, Kap Verde, Marokko, Tunesien und die Türkei. Im Rahmen der Umstellung wurden bis zum Ende des Geschäftsjahres bereits 246 emissionsärmere Fahrzeuge eingeführt, dies entspricht einem Anteil von 14,5 %. Darüber hinaus wurde im Geschäftsjahr 2025 versuchsweise in zwei Bussen in Benidorm, Spanien, Hydrotreated Vegetable Oil (HVO) eingeführt. Mit diesem aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellten Diesel-Kraftstoff können die treibstoffbedingten Emissionen im Vergleich zu herkömmlichem Diesel um bis zu 90 % reduziert werden. Daraufhin wurde das Projekt noch im selben Jahr von zwei auf zehn Busse ausgeweitet, fünf in Benidorm und fünf in Málaga. Für die Zukunft ist weiterhin geplant, die dieselbetriebene Flotte durch nachhaltigere Elektro- oder Hybridfahrzeuge zu ersetzen. Dies gilt auch für die Fahrzeugflotte der TUI Reiseleiter in den Destinationen. Die Ausweitung der Verwendung von HVO ist vollständig von der Verfügbarkeit des Treibstoffs und Allokation von Ressourcen abhängig. Um die Transparenz zu erhöhen und die Steuerung der Fahrzeugemissionen effizienter zu gestalten, werden kontinuierlich Maßnahmen zur Verbesserung der Berechnung der Treibhausgasemissionen eingeführt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Verbesserung der Datenbasis für die Emissionen der eigenen Fahrzeugflotte.

Projekt Nachhaltige Büros

TUI arbeitet laufend daran, die eigenen Bürogebäude nachhaltiger und emissionsärmer zu gestalten. Im ersten Schritt wurde dafür eine TUI Group Offices Database geschaffen, um einen Überblick über die Gestaltung der Bürogebäude zu erlangen. Nachfolgend wurden mit der Einführung der Sustainable Office Guidelines Büroabläufe standardisiert. Darüber hinaus wurden über Fragebögen Informationen über den Verbrauch und die Erfolgsmethoden in den Büros gesammelt und analysiert. Basierend auf den Guidelines sowie den Ergebnissen der Umfragen, werden Maßnahmen ergriffen, die dazu beitragen, die Büros nachhaltiger zu gestalten. In das Projekt wurden zunächst alle TUI Musement Büros weltweit einbezogen, die vollständig unter der Kontrolle der TUI Group stehen. Flughafenschalter oder kleine Büros in Häfen sind bisher noch nicht regelmäßig eingebunden. Die Guidelines sowie die Fragebögen wurden im Februar 2025 auf alle Büros der TUI Group ausgeweitet.

Ergänzende Angaben zu den Zielen zum Klimaschutz (ESRS E1-4)

Die zuvor genannten Klimaschutzziele der Geschäftsbereiche TUI Airline, Kreuzfahrten und Hotel & Resorts sind von der SBTi bestätigt und beruhen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen. Sie basieren auf der Methodik des Greenhouse Gas-Protokolls und den Ambitionen des Pariser Klimaabkommens von 2015 zur Begrenzung der globalen Erwärmung sowie den Inhalten des Europäischen Green Deals zur Erreichung von Klimaneutralität bis 2050. Bei der Festlegung der Ziele hat TUI die Interessen von Stakeholdern durch Anwendung der anerkannten SBTi-Methodik berücksichtigt. Über die SBTi werden verschiedene Stakeholder-Interessen durch unter anderem Organisationen wie CDP, WWF, UN und dem World Resources Institute vertreten.

Die SBT decken die in ESRS E1-6 Scope 1 und Scope 2 berichteten Emissionen zu 99 %, Scope 3, Kategorie 1 zu 3 % und Scope 3, Kategorie 3 zu 94 % ab. Von den berichteten gesamten Brutto-Treibhausgasemissionen in E1-6 decken die SBT der TUI 58 % ab.

Für alle SBTs wurde das Basisjahr 2019 gewählt. Das Basisjahr ist damit repräsentativ und nicht beeinflusst durch externe Faktoren, wie den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie in den Folgejahren. Soweit nicht anders angegeben wurden im Geschäftsjahr 2025 keine Änderungen an den Zielwerten vorgenommen. Für die drei SBTs sind keine Zwischenziele öffentlich kommuniziert.

Das SBT für den Geschäftsbereich TUI Airline ist auf die Begrenzung der Erderwärmung auf deutlich unter 2 °C ausgerichtet. Das Ziel wurde auf Basis des sektoralen Dekarbonisierungsansatzes der SBTi abgeleitet. Bei der Zielsetzung und dem Emissionsreduktionsplan wurden zukünftige Entwicklungen wie neue Technologien und regulatorische Entwicklungen berücksichtigt. Die zugrunde liegenden Klimaszenarien basieren auf der SBTi-Methodik deutlich unter 2 °C-Ambition für Fluggesellschaften.

Das SBT für den Geschäftsbereich Kreuzfahrten ist auf die Begrenzung der Erderwärmung auf deutlich unter 2 °C ausgerichtet. Das Ziel wurde auf Basis des absoluten Kontraktionsansatzes der SBTi gesetzt. Bei der Zielsetzung und den Emissionsreduktionsplänen wurden zukünftige Entwicklungen wie neue Technologien und regulatorische Entwicklungen berücksichtigt. Die zugrunde liegenden Klimaszenarien basieren auf der SBTi-Methodik und der deutlich unter 2 °C-Ambition.

Das SBT für den Geschäftsbereich Hotels & Resorts ist auf die Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 °C ausgerichtet. Das Ziel wurde auf Basis des absoluten Kontraktionsansatzes der SBTi gesetzt. Bei der Zielsetzung und den Emissionsreduktionsplänen wurden zukünftige Entwicklungen wie neue Technologien und regulatorische Entwicklungen berücksichtigt. Die zugrunde liegenden Klimaszenarien basieren auf der SBTi-Methodik und der 1,5 °C-Ambition.

Die Ziele werden durch das Management der Geschäftsbereiche, das Group Sustainability Team und den Sustainability Council fortlaufend überwacht und die aktuelle Performance jährlich über den CDP-Bericht (Carbon Disclosure Project) veröffentlicht.

Ergänzende Angaben zu den Maßnahmen zum Klimaschutz (ESRS E1-3)

Die erzielten Reduktionen der Treibhausgasemissionen durch die Maßnahmen fließen in die Zielerreichung der Science Based Targets für die Geschäftsfelder TUI Airline, Kreuzfahrten und Hotels ein. Die erzielten Gesamtminderungen können im jährlich angegebenen Ziel-Fortschritt verfolgt werden.

Das Management der wesentlichen Auswirkungen wird durch Mitarbeiter des Group Sustainability Teams und der verantwortlichen Geschäftsbereiche vorangetrieben. Größere Investitionen im Zusammenhang mit den Maßnahmen werden im Rahmen der Finanzplanung der Segmente berücksichtigt. Angaben zu signifikanten Investitionen sind im Abschnitt „Finanzlage“ ausgewiesen, dies beinhaltet zum Beispiel Auszahlungen für die Modernisierung unserer Flugzeugflotte. Informationen zur Taxonomie finden sich im Berichtsabschnitt „Angaben gemäß EU-Taxonomieverordnung (EU) 2020/852“, aufgrund der Taxonomiekriterien ergeben sich aus den Maßnahmen zum Klimaschutz keine taxonomiekonformen Angaben.

Management der Risiken durch die Auswirkungen und Anpassung an den Klimawandel

Managementansatz (ESRS E1-2)

Die Gruppenrichtlinie des Risikomanagements regelt den Umgang mit existierenden Risiken sowie die Identifizierung möglicher kritischer Risiken innerhalb der TUI Group, um den langfristigen Erfolg zu sichern. Der Managementansatz umfasst dabei neben allen denkbaren Risiken und Chancen des Unternehmens ebenfalls das Management der Risiken in Bezug auf Emissionen sowie die TUI Sustainability Agenda.

Das Ziel des Risikomanagementansatzes besteht darin, die Risiken zu reduzieren. Zudem soll durch ein effektives Risikomanagement im gesamten Konzern eine positive Risiko-Governance-Kultur geschaffen werden. Der Managementansatz betrifft alle Mitarbeitenden der TUI Group über alle Ebenen hinweg. Das Management des jeweiligen Tochterunternehmens der TUI Group ist für die wirksame Umsetzung des Managementansatzes verantwortlich. Gruppenfunktionen sind für die Identifizierung, die Bewertung und den Umgang mit Risiken verantwortlich. Die Funktion des ‘Group Risk & Internal Control’ unterstützt bei den Aufgaben und berichtet regelmäßig an das ‘Group Risk Oversight Committee’ (GROC). Das GROC nimmt eine überprüfende Rolle ein und formuliert daraufhin Risikostrategien und Managementansätze. Es stellt zudem die effektive Überwachung der Risiken sicher und berichtet darüber an das Executive Board, welches zuletzt die übergreifende Verantwortung über das Risikomanagement trägt und die Strategien und Ansätze des GROCs überprüft und genehmigt.

Die relevanten zentralen Funktionen der TUI Group, die in dem Risikoprozess beteiligt sind, bringen Fragen und Anmerkungen ein. Dabei werden relevante Stakeholder-Interessen über die beteiligten Experten stellvertretend berücksichtigt. Das Executive Board ist für die interne und externe Kommunikation des Managementansatzes verantwortlich. Die Group Risk Policy ist über das Intranet für alle Mitarbeitenden zugänglich. Über die Verfahren und Risiken wird öffentlich im Geschäftsbericht kommuniziert.

ZIEL (ESRS E1-4)

Die zuvor genannten Ziele für den Klimaschutz der Geschäftsbereiche TUI Airline, Kreuzfahrten und Hotels & Resorts zahlen neben der Minderung der Auswirkungen auf den Klimawandel auch auf die Minimierung der identifizierten Risiken in Bezug auf den Klimawandel und die Anpassung an den Klimawandel ein.

Maßnahmen zur Risikominimierung (ESRS E1-3)

Angaben zu den risikobegrenzenden Faktoren sind im Abschnitt „Risikobericht“ unter dem Hauptrisiko 5 Nachhaltiger Tourismus und Hauptrisiko 8 Klimawandel angegeben. Der Umfang der Maßnahmen unterscheidet sich je nach im Abschnitt „Maßnahmen“ für TUI Airline, Kreuzfahrten und Hotels & Resorts beschriebener Ausgestaltung und Verortung. Die Maßnahmen werden, soweit nicht anders beschrieben, laufend umgesetzt und optimiert.

Kennzahlen

Energie (ESRS E1-5)

Energieverbrauch und Energiemix
     
  2025 2024¹
1 Brennstoffverbrauch aus Kohle und Kohleerzeugnissen (MWh) 109 -
2 Brennstoffverbrauch aus Rohöl und Erdölerzeugnissen (MWh) 18.529.133 19.278.562
3 Brennstoffverbrauch aus Erdgas (MWh) 112.432 94.709
4 Brennstoffverbrauch aus sonstigen fossilen Quellen (MWh) 0 -
5 Verbrauch aus erworbener oder erhaltener Elektrizität, Wärme, Dampf und Kühlung und aus fossilen Quellen (MWh) 669.442 696.612
6 Gesamtverbrauch fossiler Energie (MWh) (Summe der Zeilen 1 bis 5) 19.311.116 20.069.883
Anteil fossiler Quellen am Gesamtenergieverbrauch (in %) 98% 99%
7 Verbrauch aus nuklearen Quellen (MWh) 0 -
Anteil des Verbrauchs aus nuklearen Quellen am Gesamtenergieverbrauch (in %) 0% 0%
8 Brennstoffverbrauch für erneuerbare Quellen, einschließlich Biomasse (auch Industrie- und Siedlungsabfällen biologischen Ursprungs, Biogas, Wasserstoff aus erneuerbaren Quellen usw.) (MWh) 96.392 2.159
9 Verbrauch aus erworbener oder erhaltener Elektrizität, Wärme, Dampf und Kühlung und aus erneuerbaren Quellen (MWh) 169.209 199.687
10 Verbrauch selbst erzeugter erneuerbarer Energie, bei der es sich nicht um Brennstoffe handelt (MWh) 43.665 27.589
11 Gesamtverbrauch erneuerbarer Energie (MWh) (Summe der Zeilen 8 bis 10) 309.266 229.435
Anteil erneuerbarer Quellen am Gesamtenergieverbrauch (in %) 2% 1%
Gesamtenergieverbrauch (MWh) (Summe der Zeilen 6, 7 und 11) 19.620.382 20.299.318
¹ Vorjahresangaben sind ungeprüft.
Energieintensität pro Nettoerlös
       
  2025 2024¹ % N / N-1
Gesamtenergieverbrauch aus Tätigkeiten in klimaintensiven Sektoren pro Nettoumsatzerlös aus Tätigkeiten in klimaintensiven Sektoren (MWh/€) 0,00081 0,00088 -7,4%
¹ Vorjahresangaben sind ungeprüft.
Nettoumsätze aus Aktivitäten in klimaintensiven Sektoren, die zur Berechnung der Energieintensität herangezogen werden
       
  2025 2024¹ Veränderung in %
Gesamtnettoumsatzerlöse (Abschluss) (Mio €) 24.179 23.167 4,4%
Nettoumsatzerlöse (sonstige) (Mio €) 0 - -
¹ Vorjahresangaben sind ungeprüft.

Berechnungsgrundlagen Energieverbrauch und Energiemix

TUI Airline: Die Hauptdatenquelle von TUI Airline ist das System Airpas. Dabei handelt es sich um eine branchenspezifische Lösung für das Treibstoff- und Kostenmanagement. Die Daten werden auf Basis „pro Flug“ gesammelt. Die Daten werden täglich (über Nacht) in Airpas übertragen. Vierteljährlich werden die Daten auf Flottenebene konsolidiert.

Kreuzfahrten: Die Kreuzfahrtgesellschaften verwenden NAPA als primäre Datenquelle. NAPA ist eine branchenspezifische Lösung für die Schifffahrt, die täglich Echtzeitdaten liefert. Die Umweltmanager geben die Daten manuell in das NAPA-System an Bord der Schiffe ein. Die Daten werden wöchentlich oder am Ende einer Reise als „Voyage Performance Reports” (VPR) zusammengestellt und vierteljährlich auf Schiffsebene konsolidiert.

Hotels & Resorts: Die Datenerfassung variiert innerhalb des Portfolios. Ein kleiner Prozentsatz der Hotels hat AMRs (Automatic Meter Reading) oder intelligente Zähler installiert, die zur automatischen Datenerfassung eingeführt wurden. Der Großteil der Daten wird monatlichen Rechnung entnommen und / oder abgelesen. Die Daten werden vierteljährlich auf Hotelebene konsolidiert.

TUI Musement: Die Datenerfassung erfolgt durch manuelle Abfragen und wird auf Flottenebene jährlich konsolidiert.

Märkte und Reisebüros: Die Daten werden manuell über Rechnungen oder AMRs abgefragt und auf Regionsebene jährlich konsolidiert.

Bürostandorte: Die Datenabfrage variiert, wobei einige Betriebsstätten Informationen über ein Tool zur Datenerfassung in Form von Checkboxen übermitteln. Die Daten werden auf Gebäudeebene jährlich konsolidiert.

Definition EnergieArten

Kraftstoffverbrauch aus Rohöl und Erdölprodukten: Dies umfasst den Verbrauch von Heizöl, Diesel, Benzin, Flüssiggas (Propan) und Butan in Hotels. Er umfasst HFO (High Sulfur), HFO-VLSFO [0,5 %], HFO-VLSFO [1,5 %] und Marine Gas Oil von Kreuzfahrten. Ebenso wird Heizöl von Märkten, den Reisebüros und zentralen Funktionen erfasst. Ebenso ist Kerosin von Fluggesellschaften enthalten. Ebenso wird Diesel aus dem öffentlichen Nahverkehr erfasst. Der Kraftstoffverbrauch aus Erdgas umfasst Erdgas aus Hotels, dem Einzelhandel und zentralen Funktionen.

Verbrauch von gekauftem oder erworbenem Strom, Wärme, Dampf oder Kälte aus fossilen Quellen: Umfasst den Kauf von Strom aus dem Netz durch Hotels, zentrale Funktionen und den Reisebüros. Enthält Fernwärme und Fernkälte, die von Hotels, zentralen Funktionen und den Reisebüros gekauft werden.

Brennstoffverbrauch aus erneuerbaren Quellen: Enthält die Nutzung von Biomasse durch Hotels und Kraftstoffe aus erneuerbaren Quellen.

Energieverbrauch von gekauftem oder erworbenem Strom, Wärme, Dampf oder Kälte aus erneuerbaren Quellen: Umfasst den von Hotels, dem Einzelhandel und zentralen Funktionen erworbenen Ökostrom.

Verbrauch von selbst erzeugter erneuerbarer Energie, die nicht aus Brennstoffen stammt: Dies umfasst z. Bsp., die von den Hotels erzeugte und verbrauchte PV-Energie.

Die Energieintensität ergibt sich auf Basis des oben genannten Energieverbrauchs und den Nettoumsatzerlösen der gesamten TUI Group. Die gesamten Geschäftsaktivitäten der TUI Group sind als klimaintensiv einzuordnen.

Treibhausgas (THG) -Emissionen (ESRS E1-6)

THG-Bruttoemissionen der Kategorie Scope 1, 2 und 3 sowie THG-Gesamtemissionen
               
  2025 2024¹ % N / N-1 Basisjahr 2025 Ziel 2030 Ziel Jährlich % des Ziels / Basisjahr
Scope-1-Treibhausgasemissionen              
Scope-1-THG-Bruttoemissionen (t CO2e) 4.673.449 4.855.744 -3,8% n/a n/a n/a n/a
Prozentsatz der Scope-1-Treibhausgasemissionen aus regulierten Emissionshandelssystemen (in %) n/a 33% - n/a n/a n/a n/a
Scope-2-Treibhausgasemissionen              
Standortbezogene Scope-2-THG-Bruttoemissionen (t CO2e) 339.440 367.810 -7,7% n/a n/a n/a n/a
Marktbezogene Scope-2-THG-Bruttoemissionen (t CO2e) 145.539 169.176 -14,0% n/a n/a n/a n/a
Signifikante Scope-3-Treibhausgasemissionen              
1 Erworbene Waren und Dienstleistungen 3.806.468 3.854.763 -1,3% n/a n/a n/a n/a
2 Investitionsgüter 127.749 79.981 59,7% n/a n/a n/a n/a
3 Tätigkeiten im Zusammenhang mit Brennstoffen und Energie (nicht in Scope 1 oder Scope 2 enthalten) 1.023.596 1.049.915 -2,5% n/a n/a n/a n/a
4 Vorgelagerter Transport und Vertrieb 106 125 -15,2% n/a n/a n/a n/a
5 Abfallaufkommen in Betrieben 55.388 55.022 0,7% n/a n/a n/a n/a
6 Geschäftsreisen 45.911 47.834 -4,0% n/a n/a n/a n/a
7 Pendelnde Arbeitnehmer 52.652 52.448 0,4% n/a n/a n/a n/a
8 Vorgelagerte geleaste Wirtschaftsgüter n/a n/a - n/a n/a n/a n/a
9 Nachgelagerter Transport n/a n/a - n/a n/a n/a n/a
10 Verarbeitung verkaufter Produkte n/a n/a - n/a n/a n/a n/a
11 Verwendung verkaufter Produkte n/a n/a - n/a n/a n/a n/a
12 Behandlung von Produkten am Ende der Lebensdauer n/a n/a - n/a n/a n/a n/a
13 Nachgelagerte geleaste Wirtschaftsgüter n/a n/a - n/a n/a n/a n/a
14 Franchises 119.390 108.736 9,8% n/a n/a n/a n/a
15 Investitionen n/a n/a - n/a n/a n/a n/a
Gesamte indirekte (Scope-3-) THG-Bruttoemissionen (t CO2e) 5.231.260 5.248.824 -0,3% n/a n/a n/a n/a
Treibhausgasemissionen insgesamt              
THG-Emissionen insgesamt (standortbezogen) (t CO2e) 10.244.148 10.472.378 -2,2% n/a n/a n/a n/a
THG-Emissionen insgesamt (marktbezogen) (t CO2e) 10.050.248 10.273.744 -2,2% n/a n/a n/a n/a
¹ Mit Ausnahme der Angaben zu Scope 3.2 sind alle Vorjahresangaben ungeprüft.

Berechnungsmethoden der Scope-Kategorien

Wesentliche Änderung: Der Umfang der Kennzahlen Berichterstattung von TUI hat sich im Geschäftsjahr 2025 gegenüber den Vorjahren geändert und wurde an die Anforderungen der ESRS-Standards angepasst. Die wesentlichen Änderungen sind der Ausschluss von TUI Cruises (Flotten Mein Schiff und Hapag-Lloyd) und TUI Hotel & Resorts, die nicht mit dem Ansatz der Finanzkonsolidierung übereinstimmen. Alle relevanten Vorjahreskennzahlen wurden entsprechend neu berechnet.

Scope 1: Für Scope-1-Emissionen umfasst der methodische Ansatz die Quantifizierung direkter Treibhausgasemissionen aus Quellen, die dem Unternehmen gehören oder von ihm kontrolliert werden, wie die Verbrennung von Treibstoff in den Fahrzeugen des Unternehmens (Flugzeuge, Kreuzfahrtschiffe und Bodentransport), die Verbrennung von Treibstoff vor Ort (Hotels, größere Gebäude und Reisebüros) und die Verwendung von Kühlmitteln. Dieser Prozess folgt dem Greenhouse Gas Protocol's Corporate Accounting and Reporting Standard, um Genauigkeit und Vergleichbarkeit zu gewährleisten.

Scope 2 (standortbezogen): Für Scope-2-Emissionen beinhaltet die Methode die Berechnung der indirekten Emissionen, die aus dem Verbrauch von gekauftem Strom, Wärme, Dampf oder Kälte aus eigenen oder kontrollierten Quellen (Hotels, größere Gebäude und Reisebüros) resultieren. Unser standortbezogener Ansatz berechnet die Emissionen anhand der durchschnittlichen Netzemissionsfaktoren (IEA) des geografischen Standorts, an dem der Strom verbraucht wird, unabhängig von der Wahl der spezifischen Energiebeschaffung.

Scope 2 (marktbezogen): Für Scope-2-Emissionen umfasst die Methode die Berechnung der indirekten Emissionen, die sich aus dem Verbrauch von eingekauftem Strom, Wärme, Dampf oder Kälte aus eigenen oder kontrollierten Quellen (Hotels, größere Gebäude und Reisebüros) ergeben. Unser marktbasierter Ansatz berechnet die Emissionen auf der Grundlage der spezifischen Stromkäufe des Unternehmens und berücksichtigt dabei die von den Datenerfassern bereitgestellten lieferantenspezifischen Emissionsfaktoren sowie vertragliche Instrumente wie Energieattribut-Zertifikate (EACs).

Scope 3, Kategorie 1: Eine Kombination aus Ausgabendaten und Durchschnittswerten basierend auf der Methode des Greenhouse Gas Protocol (GHGP) wurde für die Emissionsberechnung von TUI eingekauften Waren und Dienstleistungen verwendet. Zur Berechnung der Emissionen aus ausgabenbasierten Daten verwendet TUI Faktoren der Environmental Protection Agency (EPA) (v1.3 nach NAICS-6). Da die Berechnungsmethode für diese Kategorie angepasst wurde (Einbeziehung von Durchschnittswerten), wurden die Werte für 2024 neu berechnet.

Scope 3, Kategorie 2: Ausgabendaten wurden für die Berechnung der Emissionen von Investitionsgüter von TUI verwendet. Zur Berechnung der Emissionen aus ausgabenbasierten Daten verwendet TUI Faktoren der Environmental Protection Agency (EPA) (v1.3 nach NAICS-6). Die Berechnungen von TUI für Investitionsgüter stimmen mit der ausgabenbasierten Methode des GHGP überein.

Scope 3, Kategorie 3: Brennstoff- und Energiedaten auf Unternehmensebene werden jährlich während des Datenerfassungszeitraums in Sphera (konzernweites System zur Erfassung, Analyse und Berichterstattung von ESG-Daten) eingegeben. Zur Berechnung der Emissionen aus Kraftstoff- und Energiedaten verwendet TUI die Faktoren des britischen Ministeriums für Umwelt, Ernährung und ländliche Angelegenheiten (DEFRA), wobei die neuesten verfügbaren Versionen angewandt werden. Die Berechnungen von TUI für brennstoff- und energiebezogene Aktivitäten stimmen mit der Durchschnittsdatenmethode des GHGP überein.

Scope 3, Kategorie 4: Für die Postdienste und die Logistik der TUI Group wurden Ausgabendaten verwendet. Zur Berechnung der Emissionen aus ausgabenbasierten Daten verwendet TUI Faktoren der Environmental Protection Agency (EPA) (v1.3 nach NAICS-6). Die Berechnungen von TUI für Transport und Vertrieb entsprechen der ausgabenbasierten Methode des GHGP.

Scope 3, Kategorie 5: Abfalldaten auf Unternehmensebene werden jährlich während des Datenerfassungszeitraums in Sphera eingegeben. Zur Berechnung der Emissionen aus Abfalldaten verwendet TUI die Faktoren des DEFRA, wobei die neuesten verfügbaren Versionen angewandt werden. Die Berechnungen des betrieblichen Abfallaufkommens von TUI entsprechen der Durchschnittsdatenmethode des GHGP, teilweise wurde die Methode für spezifische Abfallarten angewandt.

Scope 3, Kategorie 6: Für die Geschäftsreisen der TUI Group wurden Ausgabendaten verwendet. Zur Berechnung der Emissionen aus ausgabenbasierten Daten verwendet TUI Faktoren der Environmental Protection Agency (EPA) (v1.3 nach NAICS-6). Die Berechnungen der TUI Group Geschäftsreisen entsprechen der ausgabenbasierten Methode des GHGP.

Scope 3, Kategorie 7: Die FTE-Daten und Arbeitsvertragsdaten (Standortangabe) der konsolidierten Unternehmen werden aggregiert und mit einem externen Berater geteilt, der ein Tool zur Berechnung der Emissionen von Mitarbeitern beim Pendeln entwickelt hat. Faktoren wie länderspezifische Aufschlüsselungen der Pendelzeiten und Verkehrsmittel werden berücksichtigt. Die Berechnung der Emissionen der Mitarbeiter beim Pendeln erfolgt in Übereinstimmung mit der Durchschnittsdatenmethode des GHGP.

Scope 3, Kategorie 8 (nicht wesentlich für TUI): Das Hauptgeschäft der TUI Group ist der Verkauf von Reiseerlebnissen, und die von ihr geleasten Vermögenswerte, die unter ihrer operativen Kontrolle stehen, fallen unter Scope 1 und 2. Daher ist diese Kategorie nicht berichtet.

Scope 3, Kategorie 9 bis Kategorie 13 (nicht wesentlich für TUI): Das Hauptgeschäft der TUI Group ist der Verkauf von Reiseerlebnissen und nicht von physischen Produkten, und es werden keine Vermögenswerte vermietet. Daher sind diese Kategorien nicht berichtet.

Scope 3, Kategorie 14: Brennstoff- und Energiedaten auf Unternehmensebene werden jährlich während des Datenerfassungszeitraums in Sphera eingegeben. Die Liste des TUI Hotels & Resorts Portfolios wird jährlich während des Datenerhebungszeitraums vom Portfolio-Management bereitgestellt. Die Franchise Hotels der TUI Group werden von dritten Hoteliers betrieben werden. Zur Berechnung der Emissionen aus Treibstoff- und Energiedaten verwendet TUI die Faktoren des DEFRA, wobei die jeweils neuesten verfügbaren Versionen angewendet werden. Die Liste des TUI Hotels & Resorts Portfolios wird überprüft und die Anzahl der Franchise-Hotels wird gezählt. Die durchschnittlichen (marktbasierten) Emissionen für die Franchise-Hotelmarken werden berechnet und mit der Anzahl der Franchise-Hotels im Portfolio multipliziert, um eine Gesamtsumme zu erhalten. Die Franchise-Berechnungen von TUI orientieren sich an der Durchschnittsdatenmethode des GHGP. Für eine kleine Anzahl von Franchise-Hotels liegen Primärdaten vor, die anstelle der Durchschnittsdatenmethode verwendet werden.

Scope 3, Kategorie 15 (nicht wesentlich für TUI): Das Hauptgeschäft der TUI Group ist der Verkauf von Reiseerlebnissen. TUI tätigt keine Investitionen, sondern erwirbt Unternehmen und Marken, die sie unter dem TUI Banner führen möchte. Daher ist diese Kategorie nicht berichtet.

THG-Bruttoemissionen und biogene Emissionen
     
  THG-Bruttoemissionen (t CO2e) Biogene Emissionen aus Verbrennung oder biologischem Abbau (t CO2e)
Scope-1-Treibhausgasemissionen    
Gesamt Scope 1 4.673.449 3.833¹
Scope-2-Treibhausgasemissionen    
standortbezogen 339.440 -
marktbezogen 145.539 -
Signifikante Scope-3-Treibhausgasemissionen    
Gesamt Scope 3 5.231.260 -
¹ Umfasst Biokraftstoff aus Kreuzfahrten und Hotels
THG-Emissionen Anteil konsolidierter Rechnungslegungsgruppe und Unternehmen unter operativer Kontrolle
     
  Konsolidierte Rechnungslegungsgruppe (Muttergesellschaft und Tochtergesellschaften) (t CO2e) Beteiligungsunternehmen wie assoziierte Unternehmen, Joint Ventures oder nicht konsolidierte / nicht voll konsolidierte Tochterunternehmen unter operativer Kontrolle (t CO2e)
Scope 1 4.595.257 78.191
Scope 2 standortbezogen 107.849 231.591
Scope 2 marktbezogen 52.581 92.958

Berechnungsgrundlagen

Die Emissionsberechnungen sind für die konsolidierte Rechnungslegungsgruppe und die Beteiligungsunternehmen im Geltungsbereich gleich.

Für Scope-1-Emissionen umfasst der methodische Ansatz die Quantifizierung direkter Treibhausgasemissionen aus Quellen, die dem Unternehmen gehören oder von ihm kontrolliert werden, wie z. B. die Verbrennung von Treibstoff (Flugzeuge, Kreuzfahrtschiffe und Bodentransport). Dieser Prozess folgt dem Greenhouse Gas Protocol's Corporate Accounting and Reporting Standard, um Präzision und Vergleichbarkeit zu gewährleisten.

Für Scope-2-Emissionen umfasst die Methodik die Berechnung indirekter Emissionen, die aus dem Verbrauch von gekauftem Strom, Wärme, Dampf oder Kühlung aus eigenen oder kontrollierten Quellen (Hotels, Betriebsstätten und Reisebüros) resultieren. Unser standortbezogener Ansatz berechnet die Emissionen anhand der durchschnittlichen Netzemissionsfaktoren (der IEA) des geografischen Standorts, an dem der Strom verbraucht wird, unabhängig von der Wahl der Stromart. Unser marktbasierter Ansatz berechnet die Emissionen auf der Grundlage der vom Unternehmen getätigten spezifischen Stromkäufe, wobei lieferantenspezifische Emissionsfaktoren oder vertragliche Instrumente wie Zertifikate für erneuerbare Energien (EACs) berücksichtigt werden.

Scope-3-Primärdaten: 21 % der Emissionen werden anhand von Primärdaten berechnet, die von Lieferanten und aus der eigenen Geschäftstätigkeit stammen. Sie beinhalten Treibstoff und energiebezogene Emissionen von Fluggesellschaften, Kreuzfahrten und Musement-Bodenverkehrsmitteln. Sie beinhalten ferner Treibstoff- und energiebezogene Emissionen von Treibstoff, der in Hotels, in den Reisebüros und den zentralen Funktionen vor Ort verbraucht wird. Enthalten sind brennstoff- und energiebezogene Emissionen aus gekauftem Strom, Heizung und Kühlung von Hotels, Reisebüros und zentralen Funktionen sowie das Abfallaufkommen von Kreuzfahrten und Hotels.

Scope-3-Sekundärdaten: Sie beinhalten Abfälle von Fluggesellschaften, Franchise-Emissionen von Franchise-Hotels und Pendel-Emissionen von Mitarbeitenden. Sie beinhalten ferner alle ausgabenbasierten Berechnungen, wie zum Beispiel eingekaufte Waren und Dienstleistungen, Investitionsgüter, Geschäftsreisen und Transport und Vertrieb.

Treibhausgasintensität auf der Grundlage der Nettoumsatzerlöse
       
  2025 2024¹ Veränderung in %
Nettoumsatz (Mio. €) 24.178,7 23.167,3 + 4,4
Gesamt-THG-Emissionen (standortbezogen) pro Nettoumsatzerlös (t CO2e/€) 0,00042 0,00045 -5,9%
Treibhausgasemissionen insgesamt (marktbasiert) pro Nettoumsatzerlös (t CO2e/€) 0,00042 0,00044 -6,2%
¹ Vorjahreswerte sind ungeprüft.

Berechnungsgrundlage THG-Intensität

Die gesamten standortbezogenen THG-Emissionen werden durch die in den Jahresabschlüssen ausgewiesenen Nettoeinnahmen geteilt. Die gesamten marktbasierten THG-Emissionen werden durch die in den Jahresabschlüssen ausgewiesenen Nettoeinnahmen geteilt.

Marktinstrumente Elektrizität
   
Art der vertraglichen Instrumente Elektrizität Anteil der vertraglichen Instrumente [MWh/MWh Gesamtstromverbrauch]
Grüne Tarife 20%
EACs 46%
PPAs 1%

Berechnungsmethode

Die Art des Stromverbrauchs nach Vertragstyp wird separat über unser konzernweites System zur Erfassung, Analyse und Berichterstattung von ESG-Daten gemeldet. Grüne Tarife umfassen zertifizierten Ökostrom, der von Hotels, der Reisebüros und zentralen Funktionen bezogen wird. EACs beinhalten von Hotels gekaufte Energieattribut-Zertifikate. PPAs umfassen von Hotels gekaufte Stromabnahmeverträge. Angegeben wird der Anteil der mit diesen vertraglichen Instrumenten erworbenen Energie im Verhältnis zur Gesamtmenge der erworbenen Energie.

Angaben zur externen Validierung der Kennzahlenerhebung für den Abschnitt „Kennzahlen“

Von den unter E1-5 und E1-6 offengelegten Kennzahlen wurden die Treibstoffverbrauchsdaten der TUI Airline und die damit verbundenen Emissionen (in Tonnen) mit begrenzter Sicherheit von einer unabhängigen Emissionsprüfstelle extern verifiziert. Dies gilt für die in Scope 1 und Scope 3, Kategorie 3 konsolidierten Daten sowie für die konsolidierten Energieverbrauchsdaten. Weitere Datenerhebungen wurden nicht extern durch weitere Prüfinstitute, zusätzlich zur Prüfung mit begrenzter Sicherheit im Rahmen dieses Berichts, verifiziert.