Jahresabschluss der TUI AG

Der Jahresabschluss der TUI AG wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs (HGB) unter Beachtung der ergänzenden Regelungen des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt und vom Abschlussprüfer Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hannover, geprüft. Er ist im Internet unter www.unternehmensregister.de erhältlich und wird ferner unter www.tuigroup.com/de veröffentlicht.

Im vorliegenden Geschäftsbericht ist der Lagebericht der TUI AG mit dem Lagebericht der TUI Group zusammengefasst.

Ertragslage der TUI AG

Gewinn- und Verlustrechnung der TUI AG
       
Mio. € 2025 2024 Veränderung in %
Umsatzerlöse 381,9 168,0 + 127,3
Sonstige betriebliche Erträge 510,2 328,5 + 55,3
Materialaufwand 10,7 10,7 -
Personalaufwand 53,3 63,0 - 15,4
Abschreibungen 2,3 2,6 - 11,5
Sonstige betriebliche Aufwendungen 222,5 234,6 - 5,2
Beteiligungsergebnis 130,3 234,4 - 44,4
Abschreibungen auf Finanzanlagen 231,5 154,6 + 49,7
Zinsergebnis - 45,6 - 90,2 + 49,4
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 23,8 3,2 + 643,8
Ergebnis nach Steuern 432,7 172,0 + 151,6
Sonstige Steuern 1,5 1,4 + 7,1
Jahresergebnis 431,2 170,6 + 152,8

Die Ertragslage der TUI AG als Obergesellschaft des Konzerns bestimmt sich maßgeblich aus den Ergebnissen ihrer Konzerngesellschaften, die direkt über Ergebnisabführungsverträge mit ihr verbunden sind oder ihre Gewinne aufgrund von Beschlüssen an sie ausschütten, sowie aus der Bewertung des Finanzanlagevermögens und der Finanzierung des TUI Konzerns.

Umsatzerlöse und sonstige betriebliche Erträge

Die TUI AG erzielte im Geschäftsjahr 2025 deutlich höhere Erlöse aus Lizenzgebühren mit Tochtergesellschaften und Beteiligungen. In Höhe von 198,7 Mio. € betrafen die Lizenzgebühren einen einmaligen Erlös aus der Erweiterung eines bestehenden Lizenzvertrags auf zusätzliche Regionen. Die sonstigen betrieblichen Erträge des Geschäftsjahres waren insbesondere von Erträgen aus Zuschreibungen auf Finanzanlagen und aus konzerninternen Weiterbelastungen geprägt, denen weiterbelastete Aufwendungen anderer Konzernunternehmen an die TUI AG gegenüberstanden, die in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen gezeigt wurden. Des Weiteren flossen im Geschäftsjahr 2025 Erträge aus Kursgewinnen in die sonstigen betrieblichen Erträge ein, denen wiederum Aufwendungen aus Kursverlusten gegenüberstanden, die in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen wurden. Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Erträge gegenüber dem Vorjahr ließ sich vor allem auf die deutlich gestiegenen Erträge aus der Zuschreibung auf Finanzanlagen zurückführen.

Aufwendungen

Der Rückgang der Personalaufwendungen resultierte im Wesentlichen aus geringeren Aufwendungen für die Altersversorgung infolge reduzierter Zuführungen zu den Pensionsrückstellungen im Vergleich zum Vorjahr. Darüber hinaus wirkten sich geringere Aufwendungen für Gehälter positiv aus, da im Vorjahr einmalige Kosten im Zusammenhang mit dem Ausscheiden eines Vorstandsmitglieds angefallen waren.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen umfassten insbesondere Aufwendungen aus Kursverlusten, Honorare, Gebühren, Dienstleistungen, Zuführungen zu Wertberichtigungen, sonstige Verwaltungskosten sowie Aufwendungen aus der konzerninternen Verrechnung von Dienstleistungen. Gesunkene Aufwendungen aus Kursverlusten sowie leicht geringere Aufwendungen aus konzerninternen Verrechnungen trugen maßgeblich zu einem Rückgang der sonstigen betrieblichen Aufwendungen bei.

Beteiligungsergebnis

Die Verschlechterung des Beteiligungsergebnisses im Vergleich zum Vorjahr war sowohl auf die Erhöhung der Aufwendungen aus Verlustübernahmen als auch auf geringere Dividendenerträge zurückzuführen. Die Verlustübernahmen betrafen hauptsächlich die Leibniz-Service GmbH. Die im Geschäftsjahr 2025 vereinnahmten Erträge aus Gewinnübernahmen stammten im Wesentlichen von Gesellschaften, die dem Zentralbereich zuzurechnen waren.

Abschreibungen auf Finanzanlagen

Die Abschreibungen auf Finanzanlagen betrafen im Berichtsjahr im Wesentlichen Tochtergesellschaften, die dem Veranstalterbereich zuzuordnen waren.

Zinsergebnis

Die deutliche Verbesserung des Zinsergebnisses im Geschäftsjahr 2025 resultierte insbesondere aus den bereits im Geschäftsjahr 2024 durchgeführten Refinanzierungen, die sich positiv auf die Zinsaufwendungen auswirkten.

Steuern

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sowie die sonstigen Steuern betrafen vor allem die Bildung von Rückstellungen für in- und ausländische Ertragsteuern, einschließlich der erstmaligen Bildung von Rückstellungen für die globale Mindeststeuer. Weiterhin enthielten die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Aufwendungen aus Quellensteuern auf Dividendeneinzahlungen von Tochtergesellschaften. Latente Steuern waren nicht ausgewiesen.

Jahresergebnis

Für das Geschäftsjahr 2025 ergab sich ein Jahresüberschuss von 431,2 Mio. €.

Vermögens- und Finanzlage der TUI AG

Die Vermögens- und Finanzlage der TUI AG und ihre Bilanzstrukturen sind durch ihre Funktion als Obergesellschaft des TUI Konzerns geprägt. Die Bilanzsumme lag im Geschäftsjahr 2025 mit 12.083,5 Mio. € deutlich über dem Niveau des Vorjahres.

Kurzbilanz der TUI AG (HGB-Abschluss)
       
Mio. € 30.9.2025 30.9.2024 Veränderung in %
Immaterielle Vermögensgegenstände/Sachanlagen 19,1 20,9 - 8,6
Finanzanlagen 8.157,3 7.936,4 + 2,8
Anlagevermögen 8.176,4 7.957,3 + 2,8
Vorräte 0,3 - n. a.
Forderungen 3.402,0 2.529,5 + 34,5
Wertpapiere des Umlaufvermögens 0,3 0,3 -
Finanzmittel 502,0 495,4 + 1,3
Umlaufvermögen 3.904,6 3.025,2 + 29,1
Rechnungsabgrenzungen 2,5 0,7 + 257,1
Aktiva 12.083,5 10.983,2 + 10,0
Eigenkapital 5.901,9 5.470,6 + 7,9
Sonderposten mit Rücklageanteil - - -
Rückstellungen 297,4 291,6 + 2,0
Anleihen 1.104,6 1.104,6 -
Andere Verbindlichkeiten 4.779,6 4.116,4 + 16,1
Verbindlichkeiten 5.884,2 5.221,0 + 12,7
Passiva 12.083,5 10.983,2 + 10,0

Entwicklung des Anlagevermögens

Das Anlagevermögen bestand am Bilanzstichtag nahezu vollständig aus Finanzanlagen. Der Anstieg der Finanzanlagen war, außer auf die Kapitalerhöhungen bei Tochtergesellschaften und gestiegene Ausleihungen an verbundene Unternehmen, wesentlich auf Zuschreibungen auf in Vorjahren wertberichtigte Anteile an verbundenen Unternehmen zurückzuführen. Außerplanmäßige Abschreibungen auf Finanzanlagen kompensierten den Anstieg teilweise. Zuschreibungen und außerplanmäßige Abschreibungen auf Anteile an verbundene Unternehmen betrafen im Geschäftsjahr insbesondere Gesellschaften, die dem Veranstalter- und Zentralbereich zuzuordnen waren.

Entwicklung des Umlaufvermögens

Der deutliche Anstieg des Umlaufvermögens um 29,1 % auf 3.904,6 Mio. € ergab sich vor allem aus einer Erhöhung der Forderungen. Der Anstieg der Forderungen war im Wesentlichen auf die kurzfristige Finanzierung von Konzerngesellschaften sowie gestiegene Forderungen gegen Beteiligungen zurückzuführen.

Die Liquiden Mittel veränderten sich im Geschäftsjahr 2025 nur leicht. Der Zufluss durch die Platzierung neuer Schuldscheindarlehen im Geschäftsjahr wurde vornehmlich zur Refinanzierung von im Geschäftsjahr fälligen Schuldscheindarlehen verwendet.

Eine gestiegene Barhinterlegung zur Absicherung von Kundenanzahlungen für Pauschalreisen in Deutschland trug ebenfalls zu einem Anstieg des Umlaufvermögens bei.

Entwicklung der Kapitalstruktur der TUI AG

Eigenkapital

Das Eigenkapital der TUI AG erhöhte sich um 7,9 % auf 5.901,9 Mio. €.

Der Jahresüberschuss betrug 431,2 Mio. €. Unter Berücksichtigung eines Gewinn-/Verlustvortrags (-) in Höhe von 0,0 Mio. € aus dem Vorjahr ergab sich zum 30. September 2025 ein Bilanzgewinn in Höhe von 431,2 Mio. €. Der Vorstand schlägt vor, den Bilanzgewinn des Geschäftsjahres in Höhe von 50,7 Mio. € für die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 0,10 € je dividendenberechtigter Aktie zu verwenden und den nach Abzug der Dividendensumme verbleibenden Betrag von 380,5 Mio. € auf neue Rechnung vorzutragen. Die endgültige Dividendensumme hängt von der Zahl der dividendenberechtigten Aktien zum Zeitpunkt der Beschlussfassung über die Verwendung des Bilanzgewinns durch die Hauptversammlung ab. Die Eigenkapitalquote sank im Geschäftsjahr 2025, bedingt durch eine höhere Bilanzsumme, auf 48,8 % (Vorjahr 49,8 %).

Rückstellungen

Die Rückstellungen nahmen um 5,8 Mio. € auf 297,4 Mio. € zu. Sie setzten sich aus Rückstellungen für Pensionen in Höhe von 152,3 Mio. € (Vorjahr 158,9 Mio. €), Steuerrückstellungen in Höhe von 43,2 Mio. € (Vorjahr 27,6 Mio. €) und sonstigen Rückstellungen in Höhe von 101,9 Mio. € (Vorjahr 105,1 Mio. €) zusammen.

Der Rückgang der Pensionsrückstellungen im abgelaufenen Geschäftsjahr war im Wesentlichen auf Pensionszahlungen zurückzuführen.

Bedingt durch eine verbesserte Ergebnissituation stiegen die Steuerrückstellungen gegenüber dem Vorjahr deutlich.

Die sonstigen Rückstellungen sanken insbesondere aufgrund eines Rückgangs der Rückstellungen für Ergebnisgarantien und drohende Verluste. Gegenläufig wirkten sich leicht gestiegene Rückstellungen für ausstehende Lieferantenrechnungen und Personalkostenrückstellungen aus.

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten der TUI AG betrugen zum 30. September 2025 5.884,2 Mio. € und erhöhten sich um 663,2 Mio. € bzw. 12,7 %.

Die 2021 über initial 589,6 Mio. € begebene und 2024 teilweise zurückgekaufte Wandelschuldverschreibung bestand zum Geschäftsjahresende unverändert in Höhe von 117,6 Mio. €. Dieser Restbetrag wurde im November 2025 vorzeitig zurückgekauft.

Im März 2024 platzierte die TUI AG eine Anleihe in Höhe von 500,0 Mio. € mit einer Laufzeit von fünf Jahren. Die Anleihe hat eine jährliche Verzinsung von 5,875%.

Des Weiteren gab die Gesellschaft im Juli 2024 eine Wandelschuldverschreibung mit einem Gesamtnennbetrag von 487,0 Mio. € und einer Laufzeit von sieben Jahren aus. Die Wandelschuldverschreibung hat eine Stückelung von 100.000 € und einen festen Zins von 1,95 % pro Jahr. Der Wandlungspreis beträgt 9,60 € pro Aktie.

In den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind die im Juli 2018 eingegangenen, unbesicherten Schuldscheinverbindlichkeiten mit Banken enthalten. Nach planmäßiger Rückzahlung von zwei Tranchen im abgelaufenen Geschäftsjahr über 209,5 Mio. € bestand hieraus noch eine verbleibende Verbindlichkeit über 32,5 Mio. €, die im Juli 2028 zur planmäßigen Rückzahlung ansteht. Die Schuldscheine sind festverzinslich.

Im Juli und August 2025 platzierte die TUI AG weitere Schuldscheindarlehen mit einem Gesamtvolumen von 295,5 Mio. € mit Laufzeiten von drei und fünf Jahren. Diese unbesicherten Schuldscheinverbindlichkeiten mit Banken enthalten eine Verzinsung, die teilweise variabel verzinslich (in Abhängigkeit von der Entwicklung des EURIBOR) und teilweise festverzinslich ist.

Im März 2025 refinanzierte die Gesellschaft die bestehenden syndizierten Kreditfazilitäten. Damit bestanden zum abgelaufenen Geschäftsjahr syndizierte Kreditfazilitäten der TUI AG in Höhe von insgesamt rund 2,0 Mrd. €, inklusive einer Bankavallinie in Höhe von 190,0 Mio. €. Die Laufzeit der syndizierten Kreditfazilitäten beträgt fünf Jahre mit Fälligkeit im März 2030. Die Verzinsung bei Barinanspruchnahmen ist variabel und abhängig vom kurzfristigen Zinsniveau (EURIBOR oder SONIA) sowie vom Credit Rating von TUI zuzüglich einer Marge. Zum Bilanzstichtag lag keine Barinanspruchnahme unter den syndizierten Kreditfazilitäten vor (Vorjahr: 0,0 Mio. €). Die Inanspruchnahme dieser Kreditfazilität mittels Bankavalen lag zum 30. September 2025 bei 139,0 Mio. €.

Außer auf gestiegene Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten war die Erhöhung der Verbindlichkeiten insbesondere auf erhöhte Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen zurückzuführen, die wesentlich aus transferierten Geldern von Gesellschaften aus dem Veranstalterbereich resultierten.

Die Nettofinanzposition (Finanzmittel abzüglich Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Anleihen und Schuldscheindarlehen) belief sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf -932,9 Mio. € (Vorjahr -854,5 Mio. €).

Kapitalbevorratungsbeschlüsse